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Die Geschichte von Bad Oldesloe

Historischer Überblick
Bad Oldesloe feierte 1988 die Verleihung des Lübschen Stadtrechts vor 750 Jahren. Also, sollte man annehmen, müsste ein kurzer historischer Überblick der Stadtgeschichte mit diesem Ereignis beginnen. Um aber die Anfänge einer Besiedlung im Oldesloer Raum zu erfassen, muss man doch einige Jahrhunderte vorher ansetzen, sozusagen in der Steinzeit.

Eigentlich gab es schon immer Siedlungen in dieser Gegend. Interessant für Oldesloe wird es aber mit den Funden aus der Mittelsteinzeit, die im Jahre 1911 von Justizinspektor Wolf bei Grabungen entdeckt wurden und durch die, besonders dank der Arbeit Wolfgang Sonders, der Name der Stadt in die Wissenschaft einging:

„Oldesloer Stufe”, die etwa den Zeitraum von 5500 bis 4000 vor Christus umfasst, bedeutet die Einordnung aller kulturgeschichtlich vergleichbaren Funde unter diesem Fachbegriff, der nach der ersten Fundstelle am Brennermoor benannt ist.

In der mittleren Steinzeit waren die Menschen noch nicht sesshaft geworden. Sie waren Sammler und Jäger, bzw. auch Fischer, denn die – damals noch – fischreichen Flüsse waren für die Nahrungssuche sehr wichtig.

Neben der Trave könnte aber noch ein anderer Faktor den Ausschlag gegeben haben, der die Siedlung im Oldesloer Raum günstig erscheinen ließ: das zu allen Zeiten begehrte und lebensnotwendige Salz, das hier als Sole zutage trat.

In seiner weiteren Geschichte hat Oldesloe etliche Glanzstunden erlebt, es hat aber auch häufig „Pech” gehabt. Immer jedoch waren zwei Faktoren ganz entscheidend: einmal die Lage zwischen Hamburg und Lübeck sowie am Zusammenfluss von Trave und Beste, zum anderen die Solequelle.

Diesen beiden Aspekten dürfte Oldesloe überhaupt erst seine heutige Existenz verdanken und letztendlich auch seine Erhebung zur Stadt.

Die Flüsse Trave und Beste boten nicht nur Nahrung, sondern auch Schutz und einen bequemen Handelsweg. So kann man wohl davon ausgehen, dass sich an der späteren Hude bereits im 12. Jahrhundert eine kleine Siedlung gebildet hatte, in der sich auch Fernhändler – zumindest zeitweise – aufgehalten haben. Sehr sicher war der Ort in Grenznähe zu den Slawen bestimmt nicht, aber der einträgliche Grenzhandel dürfte manchem Kaufmann Mut gemacht haben.

Die Siedlung gewann an Bedeutung, als der Handel zwischen Ost- und Nordsee zunahm, konnten doch die Güter von hier aus bzw. bis hier auf der Trave befördert werden. Es lag also auf der Hand, dass Graf Adolf IV. von Schauenburg Oldesloe als Stützpunkt ausbaute, um seine Position gegen das immer mächtiger werdende Lübeck, das seit 1226 sogar freie Reichsstadt war, zu behaupten.

Dass er oder seine Söhne dabei zum Mittel der Stadtgründung griffen, ist für das 13. Jahrhundert nicht weiter verwunderlich. Städte waren in der damaligen Zeit die „modernste” Lebensform, Städtegründungen ein beliebtes machtpolitisches Mittel. Die zahlreichen Gründungen der Stauferzeit belegen dies nur zu deutlich. Das Leben in der Stadt bot einen entscheidenden Vorteil: „Stadtluft macht frei nach Jahr und Tag.” Dieser Rechtsgrundsatz bedeutet nicht weniger als die persönliche Vollfreiheit der Bürger im Gegensatz zu den vielfach abgestuften Freiheiten oder vielmehr Unfreiheiten, d. h. Abhängigkeiten, der Landbevölkerung. Eine Stadt war ein begrenzter, unabhängiger und selbstverwalteter Bereich. Die Bürger sorgten selbst für ihr Gemeinwesen und waren nur von dem Stadtherrn abhängig, der damit meist zuverlässige und dank der arbeitsteiligen Erwerbsform in Handel und Gewerbe zahlungsfähige „Untertanen” hatte.

Dabei war es nicht ungewöhnlich, dass der Graf bei der Stadtrechtsverleihung an Oldesloe, mit der er ein Gegengewicht zu Lübeck schaffen wollte, trotzdem zum Lübschen Recht griff. Im Mittelalter gab es ganze Stadtrechtsfamilien, die jeweils mit dem bereits ausgearbeiteten Recht einer bedeutenden Stadt bewidmet worden sind. So besaßen die Städte in Holstein Lübsches Recht.

Natürlich brauchte auch ein Schauenburger Graf bei einem Projekt wie der Anlage der Burg auf dem Kirchberg und der Siedlung auf der heutigen Insel tatkräftige Unterstützung. Zu vermuten ist, dass ihm ein Vogt, d. h. Stellvertreter, zur Seite stand. Vielleicht, wahrscheinlich sogar, waren auch Fernhandelskaufleute daran beteiligt. Der Petrus im Stadtwappen könnte auf eine Schwurgemeinschaft, eine Petri-Gilde, hinweisen, die dem Schutzpatron der Kaufleute geweiht war, während das Nesselblatt auf die Schauenburger Grafen zurückgeht.

Grundriss von Oldesloh Anno 1641Die junge Stadt hatte zwar keine allzu zahlreiche Bevölkerung, doch entwickelte sie sich rasch dank des Aufstiegs der Hanse. Der expandierende Ostseehandel sicherte Oldesloe mit seinem Stapelplatz Arbeit und Einkünfte. Die Zolleinnahmen dürften recht beträchtlich gewesen sein. Zeugen der Bedeutung sind eigene Münzprägungen im 14. Jahrhundert und die Beteiligung am „Königlichen Vierstädtegericht” im 15. Jahrhundert. Wegen seiner Lage zwischen Hamburg und Lübeck bot sich Oldesloe auch als Treffpunkt für beide Hansestädte an.

Aber genauso, wie sich der Aufstieg der Hanse positiv auf Oldesloe auswirkte, spürte die Stadt auch die Verlagerung des Handelsgewichts von Ost nach West, den Niedergang der Hanse.

Gänzlich zur Bedeutungslosigkeit sank die Stadt durch den Dreißigjährigen Krieg herab, von dessen Folgen nach Plünderungen, Verwüstungen und Pest sie sich nicht mehr so recht erholen konnte.

Der zweite Aspekt, der die Oldesloer Geschichte maßgeblich mitgeprägt hatte, war, wir bereits erwähnt, das Salz.

So fiel gerade wegen der Saline der herzogliche Blick von Heinrich dem Löwen im Jahre 1153 auf Oldesloe, da er das Salzwerk zu zerstören geruhte. Schutz seiner Stadt Lüneburg vor der Konkurrenz nannte er als Grund. Eher mag er daran gedacht haben, seinem zu selbständigen Grafen von Schauenburg eine Lektion zu erteilen und ihm zu schaden.

Wie auch immer, den Oldesloern hat er damit nachhaltiger geschadet, als er sich je ausdenken konnte: Die Begründung des Welfenherzogs für bare Münze nehmend, kamen die Oldesloer zu dem Schluss, dass eine Saline, die vom (salz-)reichen Lüneburg gefürchtet wurde, auch dementsprechend ertragreich sei. Also müsste man nur die richtige Salzquelle finden, um die verschütteten Reichtümer zu bergen. Über Jahrhunderte steckte man unendlich viel Energie, Findigkeit und Geld von privater und staatlicher Seite in die Saline, jahrhundertelang träumte man vom „weißen Gold” in ausreichenden Mengen.

Aber trotz aller Bemühungen und immer besserer technischer Ausrüstung, die z. B. das Bohren von tieferen Brunnen erlaubte (bei denen man schließlich auf Treibsand stieß), oder die Konzentration der recht dünnen Sole durch Gradierwerke, blieb am Ende eine eher traurige Bilanz: Die Saline war zwar immer das größte Unternehmen der Stadt und bot damit vielen Arbeitern, Salzsiedern, Tagelöhnern, Holzfällern, Torfstechern, Fuhrunternehmern usw. Arbeit. Die Geschichte der Saline war aber auch begleitet von einer Reihe finanziell ruinierter Männer, die Stadt war restlos „entwaldet”, da das Holz für die Sudpfannen benötigt wurde. Die Saline kam nie gegen die starke Konkurrenz an, weder im Mittelalter gegen Lüneburg, noch in späteren Zeiten gegen das billigere Steinsalz aus England. Selbst Schutzzölle oder Absatzgarantien in den schleswig-holsteinischen Herzogtümern konnten nicht viel helfen. Nur einmal hat sich die Salzgewinnung wirklich rentiert, als nämlich Napoleon den Oldesloern mit der Kontinentalsperre zu Hilfe kam und die englische Konkurrenz ausschaltete.

So blieb am Ende von der Salzquelle nur das Oldesloer Stadtwappen an den Lübecker Salzspeichern, ein Straßenname und Enttäuschung über den Verlust des Unternehmens, die sich aber noch vor der endgültigen Schließung der Saline in einen neuen Traum wandelte: Seit Anfang des 19. Jahrhunderts hoffte man, durch die Idee des Apothekers Lorentzen angeregt, das Salzwasser gewinnbringend als Heilwasser anwenden zu können.

Dieses Mal schienen die Erfolgsaussichten größer, doch scheiterte auch dieses Unternehmen nach mehreren Anläufen. Heute erinnern nur noch der Kurpark, einige Villen und der Namenszusatz „Bad” an diesen Versuch, die Salzquellen gewinn- und nutzbringend auszuschöpfen.

Natürlich gab es in der Oldesloer Geschichte einige größere Betriebe neben der Saline, die aber mit wenigen Ausnahmen keinen Bestand bis in die heutige Zeit hatten. Die Kupfermühle z. B., bereits 1475 gegründet, wurde 1815 verkauft. An ihrer Stelle entstand eine Papierfabrik, an die inzwischen nur noch ein Bild und nachträgliche Umweltsorgen erinnern. Auch der dritte Versuch, an der gleichen Stelle eine Zuckerrübenfabrik zu errichten, scheiterte, sie stellte 1904 ihren Betrieb wieder ein. Die beiden Gerbereien schlossen ebenso die Tore wie der Bölcksche Betrieb. Von anderen Betrieben, etwa einer Ziegelei oder einer Töpferei, blieben nur ein Straßenname (Tegeleck) und einige zufällig bei Bauarbeiten gefundene Scherben, die heute, in mühevoller Arbeit wieder zu Schalen zusammengesetzt, im Heimatmuseum zu sehen sind.

Nachdem also all ihre salzigen Träume vom Leben im Wohlstand bei der Sprengung der Kuranlagen in Schall und Rauch aufgegangen waren und im Bauschutt begraben werden mussten, sahen sich die Oldesloer gezwungen, eine neue wirtschaftliche Basis für ihre Stadt zu schaffen. Zu lange hatten sie sich auf das Salz verlassen, und konnten sie noch zu Beginn des Jahrhunderts – bis in die 30er Jahre – mit der „ruhigen Villenstadt” werben, die ein geeigneter Altersruhesitz sei, mussten sie nun feststellen, dass diese Ruhe ein „Dornröschenschlaf” war, durch den hundert Jahre industrieller Entwicklung fast keine Spuren in Oldesloe hinterlassen hatten.

Man hatte sich zu sehr auf den Kurbetrieb konzentriert und somit den Ausbau anderer Erwerbszweige vernachlässigt bzw. bewusst vermieden, um die Ruhe der Kurstadt nicht zu stören. Was nun nach der Schließung des Bades übrig blieb, war ein kleines Landstädtchen, von dem ein ehemaliger Oldesloer wenig schmeichelhaft urteilt: „ ... die kleine holsteinische Stadt, die ... zu fast völliger Bedeutungslosigkeit herabgesunken war.”

Zunächst versuchte man es mit dem Bereich, mit dem man sich bereits auskannte, mit dem Dienstleistungssektor nämlich. Nur knapp gewann die Stadt das Rennen um die Kreisverwaltung, die neben dem Titel „Kreisstadt” auch Arbeitsplätze mit sich brachte.

Doch so recht mochte es in der ersten Nachkriegszeit nicht vorangehen. Zu sehr war man – im wahrsten Sinne des Wortes – mit dem (Auf-)Bau der Stadt beschäftigt, und die nahe Großstadt Hamburg bot Arbeitsplätze in erreichbarer Entfernung. Wieder wirkte sich Oldesloes Lage zwischen Hamburg und Lübeck auf die Stadtentwicklung aus, als Mitte der 50er Jahre Bad Oldesloe in die Raumplanung des Landesplanungsrates Hamburg/Schleswig-Holstein einbezogen wurde.

„Als Schwerpunkt einer der fünf in Schleswig-Holstein vorgesehenen Aufbauachsen wurde Bad Oldesloe aus drei Gründen gewählt: 1. weil sich hier die Einflussbereiche Hamburgs und Lübecks berührten, 2. wegen der günstigen Lage an der Autobahn, der Bundesstraße 75 und der Eisenbahnlinie Hamburg–Lübeck, 3. weil Oldesloe so weit von Hamburg entfernt ist, dass die Entwicklung eines eigenständigen Kultur- und Wirtschaftsraumes gewährleistet blieb”.
So nahm die Stadt seit den 60er Jahren bis heute einen nicht nur wirtschaftlichen Aufschwung, der sie etwas unabhängiger von den großen Nachbarn werden ließ. Mit der Wahl des damals jüngsten Bürgermeisters zeigte sich, dass nicht nur die Erfahrung des Alters, sondern auch Dynamik und Schwung der Jugend die Geschicke einer Stadt positiv beeinflussen können.

Luftbildaufnahme Bad Oldesloe von 1960

Eine Luftbildaufnahme von 1960 kann im Stadthaus, Markt 5 vor der Bauaufsicht
(Ebene 8) betrachtet werden.

Aus Bad Oldesloe ist eine moderne Stadt geworden, die sich als „Mittelzentrum mit teilweise noch zu entwickelnden Funktionen” den hohen Anforderungen der Zeit stellt.
Auszug aus dem Buch 750 Jahre Stadt Bad Oldesloe herausgegeben vom Magistrat der Stadt Bad Oldesloe